als und wie und als wie …

Ich erfahre immer sehr bald, wenn meine Bank eine neue Auszubildende hat. Warum? Nicht, weil ich mich soviel mit meinen Finanzen beschäftigen würde – leider ist eher das Gegenteil der Fall. Und genau das ruft unweigerlich auf den Plan, dass jede neue Auszubildende meiner Bank sich einmal damit herumschlagen muss, dass ich mich weigere, mein Geld so anzulegen, wie meine Bank das gern sehen würde. ;P

Heute war es wieder mal soweit, zumindest am Telefon. Ich weiß nicht, ob ich Runde zwei (Face-to-face) mit einer Person ertrage, die – wie leider so viele Menschen – die Worte “als” und “wie” nicht richtig gebrauchen kann. Mir fällt das immer mehr auf – und immer mehr auf die Nerven. Warum sagen so viele Leute zum Beispiel:

“Hier ist mehr drin wie da.” oder besonders ätzend: “Ich kann das besser als wie du.”

“Als wie” ist überhaupt das schlimmste. Das gibt es nämlich gar nicht!

Zur Verwendung – damit es jetzt jeder, der es sucht, finden kann:

… genauso Adjektiv (gut, schön, groß, …) wie

Komparativ (besser, schöner, größer, …) als

Und da ich schon dabei bin: Folgende Worte gibt es auch nicht:

“neba” – das heißt “neben”

“einzigst” – das Wort “einzig” kann man nicht mehr steigern.

Wenn ich der einzige Mensch auf der Welt bin, dann ist das so. Noch einzigartiger kann ich gar nicht werden. ;P

Leider musste das mal gesagt werden. ;)

5 comments

  1. JaNik’s avatar

    Lass den Leuten doch ihr hessisch. Mein Beispiel (um beim Beispiel “als” zu bleiben: “Das hört als ned auf.”
    Die Schwaben würde an die Stelle von “als” vermutlich ein “fei” setzen, und bei denen regt sich auch niemand drüber auf. (gut, gut, ich mach das manchmal. ;-) )

  2. zimtstern’s avatar

    Ich glaube, das meinte ich gar nicht, sondern wenn jemand “als” verwendet, wenn er eigentlich “wie” sagen sollte.
    Mir fällt allerdings grade kein Beispielsatz für ein falsches “als” ein (deswegen steht im Post auch keiner).
    :)

  3. JaNik’s avatar

    Ja, aber … Tobi+Katja, die du nicht kennst sind vor einiger Zeit nach Hamburg ausgewandert, und die erzählten mir, dass sie da jedes wirklich jedes mal verbessert werden, wenn sie das mal falsch benutzen. Das Ding ist, dass wir das im Hessischen einfach annähernd synonym benutzen, daran ist erstmal nix falsch – es ist einfach nur Dialekt. Und im Spiegel war neulich ein Bericht über eine Gegend in Schwaben, wo z.B. deutlich mehr Geneitiv benutzt wird als im Standarddeutsch und die somit ein Genitivgebrauch wie vor Jahrzehnten hätten. Deshalb sprechen die nicht ein korrekteres Deutsch, sondern auch nur Dialekt.
    Zum [k]als wie[/k] kann ich nur sagen, dass das ein Simulieren von Kindersprache ist. Farin Urlaub oder Die Ärzte haben das vor einiger Zeit in einem Song benutzt im kontext “ich bin besser als wie du”, was auch die kindliche Argumentationslogik unterstreicht.

  4. fraktufreak’s avatar

    „Da steh ich nun, ich armer Tor!
    Und bin so klug, *als wie* zu vor;”

    Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil. Nacht.

    Aber der darf das.

  5. zimtstern’s avatar

    Ja, natürlich. Denn sonst würde es nicht ins Versmaß passen.
    Außerdem ist das immerhin gut 230 Jahre her und zu der Zeit sprach man auch noch in vielen weiteren Arten anders als heute, auch jenseits von Bühnen – und heute würde kein Mensch mehr so reden.
    Ich habe Faust selbst (noch) nicht gelesen, dennoch glaube ich, dass es heute unfreiwillige Komik ist, wenn jemand sagt: “Ich bin klüger als wie Du.”

    Oh, und übrigens hat meine Bank aufgehört mich zu nerven, nachdem ich mir ein Tagesgeldkonto zu gelegthabe – allerdings nicht bevor sie albernerweise versucht haben, mir ihr eigenes (das einen geringeren Zinssatz hatte) zusätzlich aufzuschwatzen. Klar, man muss auch den Mangel verwalten können, aber mit *zwei* Tagesgeldkonten?

Comments are now closed.