Ants – Artisans And Architects

Schon seit einer ganzen Weile wohnt in meinem Zimmer ein kleines Ameisenvolk. Wer jetzt denkt, bei mir gäbe es dafür genug Krümel, der irrt, denn die Ameisen ernähren sich (zumindest soweit ich das erkennen kann) von meinen Passionsblumen, genauer gesagt durch die Nektardrüsen an deren Blattstielen (ok, und von einem einzigen Karamellbonbon in meinem Schreibtisch, das ich dann mal entsorgt hab …). Daher könnte ich hier den ganzen Tag putzen und sie wären immer noch da. Und da ich sie nicht vorsätzlich umbringen möchte (Ameisendosen o.ä.), koexistiere ich eben mit ihnen. Die vielen Spinnen in meinem Zimmer freuen sich auch darüber – eine von ihnen hat ihr Netz genau unter der Stelle aufgeschlagen, an der die Ameisen ihren Topf verlassen.

Warum erzähle ich das?

Gestern gab es auf arte einen Film über Ameisen, den ich schon lange hier zeigen wollte:

Ants – Nature’s Secret Power

Filmemacher Wolfgang Thaler und der weltweit führende Ameisenexperte Bert Hölldobler präsentieren in der Dokumentation neue Aspekte des verborgenen Lebens dieser hoch organisierten Insekten.

Ameisen sind eine Insektenart, die bereits seit mehreren Millionen Jahren auf der Erde existiert, deren Lebensweise dennoch voller Rätsel ist. Dank der geduldigen Beobachtungen von Filmemacher Wolfgang Thaler und Ameisenexperte Bert Hölldobler von der Universität Würzburg kann zum ersten Mal die in Borneo vorkommende Ameise Camponotus aus der Nähe gezeigt werden. Es ist die einzige bisher bekannte Ameise, die schwimmen und tauchen kann.
Die Dokumentation zeigt außerdem verblüffende Bilder aus Argentinien. Dort ist es Wissenschaftlern gelungen, den Bau einer riesigen Kolonie von Grasschneiderameisen freizulegen. Ihr Werk besteht aus einem über 50 Quadratmeter großen verzweigten System unterirdischer Gänge, Pilzgärten, Brutkammern und Komposthöhlen, das acht Meter tief in die Erde reicht.
Ameisenexperte Bert Hölldobler öffnete für die Dokumentation erstmals sein Labor an der Würzburger Universität. Dort testen er und sein Team die Leistungsfähigkeit der Ameisen auf Laufbändern, in Klimaanlagen und Zentrifugen.

Hier gibt es den Film als ganzes, auf youtube in sechs Teilen (s.u.). Die Bildqualität ist leider nicht berauschend, dafür zeigt arte den Film nochmal am 10. Dezember – und auf Deutsch.

[Für alle, die nicht den ganzen Film sehen möchten (was schade wäre), aber trotzdem wissen wollen, was es mit dem Titel auf sich hat: gegen Ende des Films wird gezeigt, wie Wissenschaftler einen Ameisenbau mit Zement (ca. 3 t) ausgießen und anschließend freilegen, um dessen Aufbau zu studieren. In Teil 5 so etwa ab der zweiten Hälfte.]

3 comments

  1. Michael’s avatar

    Zoologie (heißt das so?) hattest Du aber nicht vertieft, oder? Also keine Möglichkeit, Deine Ameisenkolonie zum Beruf zu machen?
    Bei der Gelegenheit: Blühen die Passionsblumen eigentlich?

  2. zimtstern’s avatar

    Nein, hatte ich nicht, weil praktisch alles, was mit Tieren zu tun hat auch bedeutet, dass man sie quält/tötet/zerlegt, zumindest potentiell, und das wollte ich natürlich nicht. Und ich glaube, soo spannend ist meine Kolonie jetzt auch nicht. Andere Leute haben Aquarien oder Hamster, ich hab halt anscheinend Ameisen.
    Ja, die eine Passionsblume, in der die Ameisen wohnen, hat im Sommer mehrfach geblüht, trägt aber irgendwie nie Früchte.

Comments are now closed.