Hardware Headache

Ich dachte, ich lasse Euch ein bisschen teilhaben, an meinem neusten Abenteuer in der Wunderwelt der Technik!
Caveat emptor – eine Redewendung, die für mich mehr an Bedeutung gewinnt, seit ich einen Mac habe. Nicht dass wir uns hier falsch verstehen, ich mag ihn nach wie vor, aber manchmal bereitet er mir Kopfschmerzen und Probleme, von deren Existenz ich vorher keine Ahnung hatte.
Ihr könnt entweder mit mir lachen oder über mich.
Fest steht jedenfalls: Hinterher ist man immer schlauer!

Vielleicht können sich einige von Euch dunkel daran erinnern, dass sie von mir mit Fragen nach ihren Meinungen zu externen Festplatten belästigt wurden. Die Entscheidung darüber, welche genau es denn nun sein sollte, habe ich dann auch entsprechend lange vor mir hergeschoben. Teils wegen der Vorstellung, ich könnte mich für die falsche entscheiden und sie kratzt dann genau nach Ablauf der Rückgabe- oder Garantiefrist ab – oder sobald ich irgendwas wichtiges darauf habe. Hauptsächlich aber weil ich ungern Entscheidungen über Sachen treffe, von denen ich einfach wenig Ahnung habe – und Computerkram gehört unbedingt zu diesen Dingen. Schließlich habe ich mich dann aber doch für eine entschieden und letzten Dienstag ist sie auch hier angekommen.

Wofür wollte ich sowas eigentlich?

Also, einerseits wollte ich eine Sicherheitskopie meiner Daten haben – und das Betriebssystem von Apple kommt praktischerweise gleich mit einem Backup Programm für genau diesen Zweck – andererseits sollte darauf auch Musik und alles, was man als Digital-Hamster noch so sammelt.

Gleichzeitig hatte ich allerdings die Idee, die Festplatte auch ab und zu an einen mit Windows betriebenen PC anschließen können zu wollen. Natürlich habe ich daher vor dem Kauf im Internet herumgelesen und es sah so aus, als sollte das kein Problem darstellen.

Aber ich würde das hier ja nicht schreiben, wenn dem tatsächlich so gewesen wäre.

Was ich wusste:

  • Es gibt unterschiedliche Dateisysteme, wobei Windows standardmäßig NTFS verwendet, das Apple-Betriebssystem dagegen HFS+.
  • Mit OS X kann man Daten von NTFS-formatierten Festplatten lesen, aber keine drauf schreiben.
  • Um mit Windows HFS+-formatierte Festplatten nutzen zu können, braucht man zusätzliche Software.
  • Es gibt noch ein drittes Dateisystem, FAT32, das beide Betriebssysteme lesen und beschreiben können, bei dem allerdings Dateien maximal 4 GB groß sein können.
  • Unter Windows gibt es eine Beschränkung für das Formatieren von Partitionen in FAT – 32 GB – die es unter OS X allerdings nicht gibt.
  • Das Apple Backup Programm, Time Machine, benötigt HFS+.

  • Was ich dachte:

  • Ich kann die Festplatte in zwei Partitionen aufteilen, eine in HFS+ formatieren und für das Backup verwenden, die andere in FAT formatieren und für Musik und so verwenden.
  • Wenn ich die Festplatte an einen Windows PC anschließe, erkennt dieser die zweite Partition und kann davon lesen und darauf schreiben.

  • Wie Realität aussieht:

    Die Festplatte ist in NTFS vorformatiert, wobei das neu formatieren kein Problem sein sollte.
    In der kurzen Anleitung, die der Platte beiliegt, fand sich der Hinweis auf die Support-Websites des Herstellers. Zwar wusste ich in etwa, wie das Formatieren funktioniert, aber ein Blick auf die Website konnte ja nicht schaden.

    It is possible to use a Western Digital external hard drive on both a PC and a Mac. However, there are some things to keep in mind if you want to do this. Moreover, Western Digital does not recommend doing it.

    Danke, Western Digital. Es wäre hilfreich gewesen, diesen Hinweis irgendwo prominenter anzubringen – zum Beispiel auf der Verpackung oder in den Herstellerangaben dort, wo ich die Platte bestellt hatte.

    For both PC and Mac to be able to read the drive, it must be formatted in the FAT32 file format.

    Korrekt, wenn auch oberflächlich betrachtet .

    In order to format to FAT32 on a Mac you may need to contact Apple for support.

    Bitte? (siehe zwei Zitate weiter unten.)

    Sometimes, PC’s won’t read Mac FAT32 formatted drives, and Mac’s won’t read PC FAT32 formatted drives. You may have to re-format the drive trying both the PC and Mac until you get a format that works.

    Es ist wie Magie, nicht wahr? Irgendwann funktioniert es plötzlich und es gibt keine Erklärung warum.

    Most WD external hard drives come pre-formatted with one large FAT32 partition, which is accessible by Windows 2000, XP, and Vista, and Mac OS 10.4 and 10.5.

    Warum meine Festplatte nicht unter diese meisten fällt, erfuhr ich nur anderswo: ab einer gewissen Größe ist es wohl recht ungeschickt FAT zu verwenden, weil dann mit einer Menge Fehlern zu rechnen ist.

    Finally, you need to understand that if you are using the same drive back and forth between a Mac and PC, there is always the chance of files being corrupted. Mac’s and PC’s are different platforms, and their file systems function differently. Please keep backups of all your files before you start sharing between Mac and PC computers.

    Auch für diesen Hinweis wäre ich an anderer Stelle sehr dankbar gewesen. Nur: Wenn ich ein Backup meines Backups machen muss, wozu ist dann das Backup gut?

    Verständlicherweise war ich jetzt irritiert und suchte daher nach Erklärungen. Und die fand ich dann auch, in Form von etwas, von dessen Existenz ich, als Durchschnittsperson mit nur marginalen Computerkenntnissen, natürlich keine Ahnung hatte: Partitionstabellen. Soweit ich das richtig verstanden habe (ohne mich wirklich eingehend damit befasst zu haben), geht es dabei um eine Art Wegbeschreibung, nach der das Betriebssystem die Daten auf eine Festplatte schreibt.
    Das Problem dabei (für mich zumindest) ist nun, dass Apple aus irgendwelchen obskuren (firmware-basierten) Gründen eine andere Partitionstabelle benutzt als die bei anderen Computern übliche.
    Übrigens ist das auch gleichzeitig die Erklärung, warum an Macs eingerichtete Partitionen trotz FAT-Format manchmal unter Windows nicht erkannt werden. Es ist allerdings möglich, an einem Mac eine Festplatte so zu formatieren, dass sie eine MBR Partitionstabelle verwendet – dann wird sie auch unter Windows erkannt. Da ist keine Magie dahinter.
    Theoretisch könnte ich jetzt, glaube ich, hergehen und meine Platte so formatieren wie geplant und alles, was ich dabei zu beachten hätte, wäre die andere Partitionstabelle auszuwählen. Das Problem dabei:

    If [...] you’re using Time Machine, you may want to use the GUID Partition Table.

    Anscheinend erhöht es die Fehlerwahrscheinlichkeit, wenn man das nicht macht. Und das ist ja wie schon gesagt nicht der Sinn eines Backups.
    *

    Wenn ich all das vorher gewusst hätte, dann hätte ich wohl nicht eine große Festplatte bestellt, sondern zwei kleinere – was natürlich teurer ist. Und das wäre auch jetzt eine meiner beiden

    Optionen:

    1. Die Platte zurückschicken und zwei kleinere besorgen.
    2. Die Platte behalten, komplett in HFS+ formatieren und damit leben, sie nur an Macs benutzen zu können.

    Welche haltet Ihr für die bessere?

    Update: Habe mich inzwischen für Option 2 entschieden und fast alles drauf gepackt. Dabei bin ich auch auf eine Erklärung dafür gestoßen, warum man nicht einfach MBR/HFS+ formatieren kann:
    *Anscheinend verweigert Time Machine dann einfach nach 10 GB den Dienst.

    1. Michael’s avatar

      “Es ist wie Magie, nicht wahr? Irgendwann funktioniert es plötzlich und es gibt keine Erklärung warum.”

      Dankeschön! Ich habe mich sehr gefreut als ich das gelesen habe! :-D

      Also, ich würde die Festplatte für die Datensicherung behalten und mit HFS+ formatieren.
      Zum Datenaustausch kann man doch auch diese kleinen praktischen USB-Sticks benutzen, die man seit einigen Jahren in zunehmender Größe entweder als Werbegeschenk oder für kleines Geld bekommt?
      Wenn die voll sind löscht man einfach alles, da man sie ja eh konsequent nur zur Datenweitergabe benutzt und deswegen nichts was drauf ist verloren gehen kann. Ich benutze immer noch einen mit 1 GB. Das war erst einmal zu klein, da hat mir ein Kollege dann sein 4 GB-Apparat geliehen.

    2. zimtstern’s avatar

      Es war halt eine total unzureichende Aussage. Es hätte sie nur wenige Sätze gekostet, das richtig zu erklären (siehe oben).

      Nur für das Backup ist die Platte eigentlich viel zu groß. Ich denke allerdings auch, dass es auf HFS+ in zwei Partitionen hinauslaufen wird. Das einzige, das mich bisher noch davon abhält, war die Information, dass es die Lebensdauer der Festplatte beeinträchtigen könnte, wenn gleichzeitig das Bakup-Programm backups schreibt, während ich noch Sachen auf der anderen Partition mache (z.B. Musik anhören oder so), weil dann der Schreibkopf (? oder wie das Ding noch hieß) der Platte hin und her springen müsste. Inwieweit das zutreffend ist, kann ich natürlich nicht sagen. ;)

      Aber vielleicht kann ich ja die backups zeitlich beschränken und in der Zeit halt sonst damit nichts machen.

      Was den Austausch angeht, joa. Ich hab auch so nen 1GB USB-Ding. Daher war das auch meine bisherige Lösung. Das wird halt mühsam, wenn es größere Daten oder größere Mengen sind. Vielleicht lege ich mir dann auch so eins mit 4 oder 8 GB zu – sollen ja gar nicht mehr so teuer sein.