Imaginary Worlds

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Nachdem ich so lange nichts neues geschrieben habe, gibt es dafür heute was besonders tolles, das ich schon viel zu lange unerwähnt gelassen habe.

Sailor Twain
or the Mermaid in the Hudson

von Mark Siegel

Der Titel verrät schon etwas über den Ort der Handlung: die Lorelei, eines der Dampfschiffe (wenn auch ein fiktives), die im 19. Jahrhundert zwischen New York City und Albany verkehrten. Der Titelheld ist Kapitän des Schiffes.

Passenderweise zeichnet Mark seinen Comic mit Kohle – und das wunderschön und mit viel Sinn für Details. Wirklich sehenswert!

Zur Story nur so viel …

It is 1887, and the depths of the Hudson River hold the unfathomable secrets of two men: the owner of a steamboat, who throws a bottled message overboard each morning, and the boat’s captain, who saves a wounded mermaid.

… vielmehr könnte ich auch noch gar nicht sagen, da es den Comic erst seit Januar online gibt, mit jeweils drei neuen Seiten pro Woche, und wenn man die Kapitelübersicht anschaut, hat Sailor Twain noch eine lange und sicherlich ereignisreiche Reise vor sich!

Viel Spaß beim Lesen/Betrachten! :)

Schon vor einer ganzen Weile hat sich ein neuer Link in die Sidebar geschlichen, ohne dass ich ihn bisher explizit erwähnt habe:

Hark! A Vagrant
von Kate Beaton.

In einem vergleichsweise simplen Stil, der an die Comics im New Yorker erinnert, macht Kate Comics über historisch bedeutsame Personen und/oder Ereignisse, allerdings finden sich auch fiktive Konversationen mit dem jüngeren Ich der Autorin sowie mit der Katze der Mitbewohnerin.
Einige der Personen und Ereignisse haben mir vorher nichts gesagt, vor allem wenn es um die Geschichte Nordamerikas ging. Dafür weiß ich jetzt aber, dass bei der Gründung Kanadas alle Beteiligten zuerst betrunken und dann verkatert waren!

Hier eine kleine Auswahl:

Benjamin Franklin schwänzt die Unabhängigkeitserklärung
Frauen stehen auf Nikola Tesla
Die Curies stehen auf einander
Napoleon klaut Kates Kekseals Kompensation
Der kopflose Reiter ist ein Schuh-Fetischist
Der zweifelhafte Männer-Geschmack der Bronte-Schwestern
Goethe ist von seinen Fans genervt
Rosalind Franklin ist umgeben von Chauvinisten

Sehr aufmerksame Menschen können sich vielleicht noch an dieses Buch erinnern, das im Januar eine Weile in der Sidebar zu sehen war:

The City of Ember (The Ember Series, #1)

Citizens of Ember shall be assigned work at twelve years of age …
Lina Mayfleet desperately wants to be a messenger. Instead, she draws the dreaded job of Pipeworks laborer, which means she’ll be working in damp tunnels deep underground.
Doon Harrow draws messenger – and asks Lina to trade” Doon wants to be underground. That’s where the generator is, and Doon has ideas about how to fix it. For as long as anyone can rememeber, the great lights of Ember have kept the endless darkness at bay. But now the lights are beginning to flicker. …

Ember ist eine unterirdische Stadt, die geschaffen wurde, um die Menschen vor einer nicht genauer beschriebenen Katastrophe zu retten. Für mindestens 200 Jahre sollen die Bewohner von Ember sicher in ihrer Stadt leben können. Um zu wissen, wie sie dann wieder an die Oberfläche kommen, von deren Existenz inzwischen niemand mehr weiß, wurden ihnen von den “Builders” Instruktionen überlassen – eigentlich.

Ich bin im Internet über dieses Buch gestolpert und war angezogen von den (vielen) guten Kritiken, während ich gleichzeitig neugierig war, wie die Autorin einige der Probleme lösen würde, die sich ganz offensichtlich beim Lesen der Beschreibung aufdrängen. (Wie kann es sein, dass die Leute nichts von der Welt außerhalb Embers wissen? Wieso hat nie jemand einfach aus Neugier Ember verlassen? Wie kann eine ganze Stadt so lange ohne Kontakt zur Außenwelt existieren? Was ist das Problem mit dem Generator? etc.)
Außerdem, und das will ich nicht verschweigen, wusste ich, dass das erste Buch der Reihe verfilmt wurde. Der Film kam aber hier nie in die Kinos, sondern erschien nur im März auf DVD.

Vorgestern habe ich den Film gesehen.

Ich wollte eigentlich nicht zu den Nörglern gehören, die immer sagen “Das Buch war besser als der Film.” – denn oft würde ich eher sagen “Das Buch war halt anders als der Film.” – doch in diesem Fall trifft es zu.

Leider.

Denn das Produktionsdesign ist klasse (abgesehen von dem einen großen Patzer, dass es kein bewegliches Licht geben dürfte), die Schauspieler auch, die Animationen in weiten Teilen. Das wirkliche Problem ist das Drehbuch (oder das, was davon aus dem Schneideraum gekommen ist), welches teilweise völlig andere Elemente in die Geschichte einbaut, vor allem Action-Szenen, die nicht wirklich nötig gewesen wären und eher von der eigentlichen Geschichte, von der wahren Bedrohung Embers, ablenken.

Schade.

Was aber bleibt, ist der wunderbare Soundtrack – und den will ich Euch (zumindest denen, die bis hier gelesen oder gescrollt haben) natürlich nicht vorenthalten, denn das ist der eigentliche Sinn dieses Posts.
(Neben der üblichen “Lest das Buch.”-Aufforderung.)
Ich mag besonders den letzten Titel in der Liste.

Heartless: The Story of the Tin Man

von Brandon McCormick

Based on the backstory of one of the most beloved childrenʼs novels of all time comes the extraordinary love story between a simple woodsman and a beautiful maiden. Not having many possessions but wanting to marry his maiden, the woodsman sets his heart to build a large and beautiful cabin.

Heartless: The Story of the Tinman from Brandon McCormick on Vimeo.

Auf der Film-Website (s.o.) gibt es mehr Infos, Making-Of Featurettes und den Soundtrack zum (kostenlosen) Download.

=)

My name is Antimony Carver. I would like to share with you the strange events that took place while I attended school at Gunnerkrigg Court.

… so beginnt Tom Sidell‘s Webcomic, der in einem fiktiven britischen Internat spielt, allerdings keinem gewöhnlichen. The Court scheint fast grenzenlos zu sein (ich würde ja sagen “Gormenghast-artig,” doch müsste ich die Bücher dafür tatsächlich gelesen haben und dem ist noch nicht so), mit Ausnahme des Annan Flusses, dessen jenseitiges Ufer der Gillitie Wald bildet.
Die Protagonistin findet eine Freundin, aber auch eine Menge über sich selbst, ihre Familie, die mysteriöse Geschichte des Internats, dessen Beziehung zu dem Wald und den mehr oder weniger seltsamen Bewohnern beider Orte heraus. Das klingt jetzt wesentlich abgedroschener, als es wirklich ist. Neil Gaiman hat es so ausgedrückt:

Lots of different flavours in there — it’s a semi-gothic funny-sweet school story with mysteries and robots and so forth

Viel Spaß beim Lesen!

Im April hatte ich angekündigt, den Film Where the Wild Things Are sehen zu wollen – und heute habe ich das tatsächlich geschafft. (Ich bin nicht besonders gut darin, das Kinoprogramm zu verfolgen und dann entsprechende Begleitung aufzutreiben.)

Wenn mich jetzt allerdings jemand fragen würde “Und? Wie wars?” dann müsste ich überlegen.

Die Kostüme der Viecher und ihre Computer-generierten Gesichter sind toll (Jim Henson wäre stolz auf seine Leute), das restliche Produktionsdesign und die Landschaft sind auch super, der Junge ist klasse. Und ich würde sagen etwa bis zur Hälfte ist es auch insgesamt ein schöner Film, aber das Ende und einige Sachen, die bis dahin passieren, lassen einen doch etwas verwirrt zurück.

Es ist in Ordnung, wenn ein Film, auch ein Kinderfilm, kein verzuckertes Ende hat – immerhin ist das meistens glaubwürdiger – aber das? Ich weiß nicht.

[Ich könnte mehr ins Detail gehen, aber vielleicht möchtet Ihr den Film ja noch sehen und ich habe leider noch nicht herausgefunden, wie es funktioniert, dass ich einen Teil des Posts verstecken kann, sodass man das nur absichtlich liest.]

Was ich Euch aber nicht vorenthalten will, ist der Link zu Terrible Yellow Eyes von Corey Godbey

a collection of works inspired by the beloved classic, Where the Wild Things Are by Maurice Sendak

Vom 1. Mai letzten Jahres bis 1. Januar dieses Jahres erschien dort jeden Freitag ein Bild, das durch das Buch inspiriert war. Eins davon ist dieses von Matthew Armstrong:


Where the Wild Things Are by ~matthewart on deviantART

Für die Weihnachtswoche habe ich etwas besonderes aufgehoben!

Kennt Ihr den Film Vanilla Sky ?
Ja, ich weiß, das Original ist besser und so. Doch darum geht es mir gar nicht, sondern eigentlich nur um einen Satz, der dafür aber mehrmals vorkommt:

I’ll tell you in another life, when we are both cats.

Wie wäre es mit St. Louis in den 20er Jahren – während der Prohibition?

Das bedeutet, wir brauchen Musik … Jazz natürlich …

Gut, also weiter:

Eine kleine Gruppe Katzen betreibt dort unter dem Little Daisy Café ein Speakeasy namens Lackadaisy , welches sie gegen die Konkurrenz zu behaupten versuchen.

Gezeichnet wird Lackadaisy übrigens, mit Bleistift und Photoshop, von Tracy Butler.

Damit Ihr schon hier eine Ahnung bekommt, was Euch erwartet, habe ich mal zwei Bilder aus der Galerie gekramt. Der eigentliche Comic ist allerdings in Sepiatönen gehalten, was aber auch schön aussieht.


Lackadaisy Wintertime by *tracyjb on deviantART

Abgesehen davon, dass es in einer Zeit spielt, die bei uns im Geschichtsunterricht praktisch nicht behandelt wird (zumindest nicht in Bezug auf den Ort), haben mich der Humor und die individuellen Wesens- und Gesichtszüge der einzelnen Figuren angesprochen. Und natürlich nicht zuletzt der sehr detaillreiche Zeichenstil.


Lackadaisy Syncopators by *tracyjb on deviantART

Shaun Tan illustriert und schreibt fazinierend surreale Bilderbücher – allerdings nicht unbedingt nur für Kinder.

Tales from Outer Suburbia

Tales From Outer Suburbia ist sein neuestes Werk, eine Anthologie aus 15 kurzen illustrierten Geschichten.

Each one is about a strange situation or event that occurs in an otherwise familiar suburban world [...] The real subject of each story is how ordinary people react to these incidents, and how their significance is discovered, ignored or simply misunderstood.

Der Guardian zeigt eine dieser Geschichten, Eric, in der es um einen Erdnuss-großen Austauschschüler und die Reaktionen seiner Gastfamilie geht.

Eine sehr gute Gelegenheit für einen Blick auf meine Liste zu lesender Bücher, denn die von Shaun Tan stehen seit einer Weile darauf, auch weil sie hier früher nicht gut zu bekommen waren (ein Blick auf die Website eines bekannten Online-Buchhändlers lässt mich erfreut feststellen, dass sich das inzwischen geändert hat und drei seiner Bücher sogar übersetzt worden sind).

The Arrival The Lost Thing The Red Tree

The Arrival ist eine wortlose Geschichte über Migration: ein Mann verlässt seine Familie auf der Suche nach besseren Aussichten in einer merkwürdigen Stadt in einem unbekannten Land mit eigenen Bräuchen, seltsamen Tieren, schwebenden Objekten und fremder Sprache. Mit nicht mehr als einem Koffer und einer Handvoll Banknoten muss er einen Platz zum Wohnen, Essen und Arbeit suchen, wobei ihm freundliche Fremde behilflich sind, die alle ihre eigene Geschichte haben.

The Lost Thing ist die Geschichte eines Jungen, der eine bizzarr-aussehende Kreatur am Strand entdeckt. Er versucht herauszufinden, wo sie hingehört, doch niemand in seiner Umgebung interessiert sich dafür; weder Fremde, noch Freunde oder seine Eltern. Doch der Junge hat Mitleid mit der Kreatur und versucht herauszufinden, wo sie hingehört.

The Red Tree artikuliert mit nur wenigen Worten

“sometimes the day begins with nothing to look forward to, and things go from bad to worse”

aber umso gewaltigeren Bildern Gefühle von Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Depression, aber auch von Hoffnung, denn aus dem Samen des Baums, dessen kleine roten Blätter auf allen Bildern subtil verteilt sind, wächst am Ende ein neuer roter Baum.

What minimal ‘story’ there is seeks to remind us that just as bad feelings are inevitable, they are always tempered by hope.

The Rabbits

The Rabbits, geschrieben von John Marsden, ist eine teilweise allegorische Fabel über Kolonisation, erzählt aus der Sicht der Kolonialisierten. Die Kolonialisten sind Kaninchen, die zunächst freundlich und neugierig empfangen werden, bis sich herausstellt, dass sie tatsächlich Eroberer sind. Parallelen zur Besiedelung Australiens durch die Briten sind offensichtlich, die surrealen Bilder erinnern ein bisschen an die Werke von Salvador Dalí.

Ausführlichere Erklärungen und viele Bilder aus den einzelnen Büchern findet ihr auf seiner Website.

=)

The Melancholy Death of Oyster Boy & Other Stories
ist eine Sammlung von Gedichten und Illustrationen von Tim Burton.
The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories

Das war mir bekannt, wobei ich es (noch) nicht gelesen habe. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass es eine Serie animierter Flash-Animationen gibt, in der einige der Charaktere daraus auftauchen: The World of Stainboy

In the shorts, Stainboy works for the Burbank police, and at the start of each episode he is ordered to investigate and bring in social outcasts. Many of the outcasts are characters from the Oyster Boy book. Each of the six episodes is under five minutes in length. The final episode had Stainboy living through a flashback to his early childhood at an orphanage, implying the beginning of a larger storyline, although no further episodes were produced.

In höherer Qualität gibt es die komplette Serie auf The Tim Burton Collective. Hier sind die Direktlinks zu den einzelnen Episoden:

1 Girl Who Stares
2 Toxic Boy
3 Bowling Ball
4 Robot Boy
5 Match Girl
6 Stainboy’s Day Off

[Übrigens gibt es dort auch die Fonts aus Nightmare before Christmas, Sleepy Hollow, Charlie & the Chocolate Factory und Mars Attacks.]

Konvergente Evolution wird es genannt, wenn die Natur eine Lösung für ein Problem mehrmals erfindet.
Etwas Vergleichbares ist die Erfindung des Computers: schon in der griechischen Antike wurde eine Art Uhrwerk-Maschine erfunden. In der Neuzeit gilt ein Brite als Erfinder des Computers*: Charles Babbage. Ada Lovelace war die Frau, die eine Beschreibung zu der von ihm erfundenen Maschine schrieb und darüber hinaus auch Programme dafür, obwohl sie noch nicht einmal gebaut war, und obendrein über seinen Horizont hinaus dachte, dass seine Maschine zu mehr zu gebrauchen war, als komplizierte Rechenaufgaben zu lösen.

Zu ihren Ehren wurde im März der Ada Lovelace Day veranstaltet:

an international day of blogging to draw attention to women excelling in technology

Und damit (ich hoffe, ich habe nicht zu weit ausgeholt) sind wir schon fast am Ziel der heutigen Tour durch die Weiten des Internets. Die Initiatorin dieser virtuellen Veranstaltung hat nämlich eine gute Freundin mit viel Phantasie, Talent, Humor und einem kleinen bisschen Wahnsinn. Als Sydney Padua von der Aktion erfuhr, dachte sie sich …

Wouldn’t it be hee-larious if there was a comic about Ada Lovelace and Charles Babbage fighting crime?

Sie ahnte wohl noch nicht, worauf das hinauslaufen sollte:
2D Gogglesdangerous experiments in comics

Anders als bei den Comics, die ich bisher vorgestellt habe, ist dieser in einem experimentellen Stadium. Daher gibt es keine regelmäßigen Updates, dafür aber Kommentare über die Unterschiede zwischen Comics und Animation, Details aus dem Entstehungsprozess, viele Fußnoten mit Hintergrundinformationen und Literaturlinks. Das ist nicht nur überraschend interessant (vor allem die vielen Anekdoten, hauptsächlich von und über Charles Babbage), sondern gleichzeitig auch lustig, denn Sydney Padua hat einen großartigen Sinn für Humor und Selbstironie – z.B. gibt sie uns folgende Worte der Warnung mit auf den Weg:

Also, may contain nuts.

Und da sie in einem Interview über ihre Motivation gesagt hat

I draw comics for one reason, and that reason is: flattery. The more flattery I get, the more I will draw comics.

kann ich gar nicht anders, als den Link hier zu posten, denn ich würde gern mehr davon sehen. =)

*Die Difference Engine ist eine Art Proto-Computer, sie konnte rechnen, aber war nicht programmierbar, wurde jedoch tatsächlich gebaut, während die Analytical Engine eher ein Computer war, da sie mit Lochkarten programmiert werden konnte, allerdings wurde sie nie gebaut.

Kehren wir doch nochmal auf die Südhalbkugel zurück, diesmal allerdings nach Australien. Das hier ist ein Wombat:

Ein großartiges Buch über einen Wombat ist Diary of a Wombat von Jackie French und Bruce Whatley – ein Bilderbuch, dem wenige Sätze ausreichen, um die Mentalität dieser Tiere darzustellen.

Diary of a Wombat

Aber eigentlich geht es heute um einen anderen Wombat – und zwar Digger (genauer gesagt Digger-of-unnecessarily-convoluted-tunnels), Titelheldin des gleichnamigen epischen Webcomics von Ursula Vernon.

Digger – A Wombat. A dead God. A very peculiar epic.

Wie alle Wombats ist Digger eher praktisch veranlagt und daher weniger begeistert, als sie sich eines Tages beim Graben eines Tunnels … verirrt, um schließlich in einem Tempel von Ganesh zu landen – und mitten in einem Abenteuer, in dem sie es mit so gut wie allem zu tun bekommt, wovon sich Wombats normalerweise fern halten: Götter, Magie, Prophezeiungen, Hyänen, Dämonen, metaphorische Tauben, prophetische Schnecken, vampirisiertes Gemüse, …


Random Digger Moment by `ursulav on deviantART

Ursula Vernons Zeichenstil scheint auf den ersten Blick simplistisch, aber vielleicht lenkt gerade das den Blick auf die vielen Details und die teilweise großartigen Gesichtsausdrücke von Digger und den Wesen, die ihr begegnen. Und übrigens kann sie auch anders, sowohl in digital als auch in Acryl. Ein Besuch ihrer Website und der Galerie auf deviantART lohnt sich – ich mag z.B. die Weird Fruit Subgalerie und die Alternativen Frösche. Außerdem schreibt und zeichnet sie noch weitere Comics und Kinderbücher.


Rabbirds: Mourning Doves by `ursulav on deviantART

Nach Dr. Horrible’s-Sing-Along-Blog und den zwei Herr der Ringe spin-offs kommt jetzt die erste Steampunk Webserie:

Riese

Thematik:
Seit Amara, die Cousine der Kaiserin, mit Hilfe einer obskuren Sekte die Macht an sich gerissen hat, ist das Leben in Eleysia nicht mehr so friedlich wie zuvor. Riese und ihr Wolf Fenrir reisen durch das Land und helfen, wo sie können, während sie von der mysteriösen Sekte verfolgt werden und versuchen, ihre Vergangenheit zusamenzupuzzlen.
[Eine ausführlichere Erklärung gibt es auf der oben verlinkten Website.]


[Die HD Version auf youtube bzw. deren Website wirkt weniger blass.]

Startet am 2. November und soll dann in 8 – 12 Minuten langen Folgen per online streaming gezeigt werden.
Wirkt interessant, auch wenn der Trailer bisher nicht erkennen lässt, ob es wirklich Steampunk ist oder ob man einfach nur Fantasy gemacht hat, bei denen Leuten Messing-Schutzbrillen aufgesetzt wurden. Außerdem stößt sich mein Kopf leider immer wieder am Namen der Protagonistin … Aber wir werden sehen. =)

Machinarium

A little robot who’s been thrown out to the scrap yard behind the city must return and confront the Black Cap Brotherhood and save his robot-girl friend.

Machinarium Trailer from Amanita Design on Vimeo.

Ich wusste, ich hatte es hier schon erwähnt, aber ich war dann doch überrascht, dass es so lange her ist. Morgen ist der offizielle Veröffentlichungstag und seit dem ersten Oktober gibt es hier Demoversionen für Windows und OS X und einen Auszug aus dem Soundtrack.
Ich wüsste gern, wie weit die Demoversion tatsächlich reicht, denn ich kam nur bis zu der Szene, die im obigen Video das Standbild ist. Bekommt jemand den Wagen dazu, nicht aus dem Bild zu fallen?
Ok, gelöst.

P.S. Großzügige Menschen dürfen mir gern die Vollversion davon schenken. =]
(Da ich keine/n Kreditkarte/PayPal Account habe. =[ )

Update: Inwischen gibt es die Demo als Browser-Spiel, wenn man auf den Link ganz oben klickt. … Und das mit den großzügigen Menschen gilt nach wie vor. =)

… and the Golden Apples of the West.

Lud-in-the-Mist von Hope Mirrlees

Lud-In-The-Mist

wird von Neil Gaiman bezeichnet als

“The single most beautiful, solid, unearthly, and unjustifiably forgotten novel of the twentieth century.”

Das hat mich natürlich neugierig gemacht. Aber erstmal brauchen wir passende Musik …

So. Worum geht es also?

Dort, wo die Flüsse Dawl und Dapple zusammenfließen, liegt Lud-in-the-Mist, die Hauptstadt des Landes Dorimare, das soziale wie kulturelle Zentrum. Der Dapple entspringt westlich von Dorimare, hinter den Elfin Marches und den Debatable Hills, in Fairyland. Vor einigen hundert Jahren, als noch die Aristokratie in Form von Duke Aubrey über das Land regierte, wurden Dinge aus dem Feenland mit Verehrung betrachtet.

In the days of the Dukes, fairy things had been looked on with reverence and the most solemn event of the religious year had been the annual arrival from Fairyland of mysterious, hooded strangers with milk-white mares, laden with offerings of fairy fruit…. But after the revolution, when the merchants had seized all the legislative and administrative power, a taboo was placed upon all things fairy.

Doch seit das Bürgertum herrscht, hat sich dies ins Gegenteil verkehrt und der Verzehr von Früchten aus dem Feenland ist ein schweres Vergehen, mit dem Nathaniel Chanticleer, der Bürgermeister von Lud, sich konfrontiert sieht, nachdem bekannt wird, dass sein Sohn davon genascht hat. Er bleibt kein Einzelfall, denn die Früchte gelangen auf geheimen Wegen in die Stadt und erodieren das bisher so angenehme Leben in Lud. Nun ist es an Nathaniel Chanticleer, die Dinge wieder zurechtzurücken und seinen Sohn und die Stadt zu retten.

Ich lasse gern jeden seine eigene Meinung finden – außerdem bin ich nicht besonders gut darin, meine eigene breitzutreten – also sage ich nur dies:
Wenn man Bücher mit … Genussmitteln vergleichen kann, dann ist Lud-in-the-Mist so ungefähr eine Schachtel Pralinen.

Hier ist noch eine Rezension von jemandem, der das besser kann als ich. ;) – allerdings ein bisschen mehr von der Geschichte verrät.

Oh, außerdem ist hier mein digitales Buchregal – falls jemand neugierig ist oder mir bei goodreads Gesellschaft leisten möchte. =)

New Weird ist ein literarisches Subgenre, das totgesagt wird, ohne wirklich aktiv gelebt zu haben. Vielleicht ist es auch einfach eine Bezeichnung für Literatur, die sich nicht ohne weiteres zwischen Fantasy, Science Fiction und Horror einordnen lässt und womöglich gerade deshalb kein klar definierbares Genre abgeben kann.

Ein Beispiel ist die Novelle The Situation von Jeff VanderMeer über merk- würdige bis gruselige Vorgänge in einer surrealen, dystopischen Bürowelt. Ein Ort, an dem man selbst niemals sein möchte.

Oder mit den Worten von Margo Lanagan:

Take Dilbert, insert him into Gormenghast, add lashings of nighmarish biotech, and you’ll have something of the flavour of Jeff VanderMeer’s The Situation. This darkly hilarious story tells horrible truths about modern work and workplace relations. Anyone who has ever had a dysfunctional colleague, or served a flawed organisation, will recognise all too easily the machinations and the monsters in here.

Zum Glück nur eine Geschichte. Viel Spaß beim Lesen! =)

Oh, fast vergessen: Beaker ist natürlich auch dieses Jahr wieder schön anzusehen!

Sonntag Nachmittag, erst recht wenn es so heiß ist wie heute (32°C), ist oft eine gute Zeit zum Lesen. Darum gibt es heute mal was zum Lesen. Keine Angst, es ist nichts zu langes.

How To Talk To Girls At Parties von Neil Gaiman.
Mit Illustrationen von Jouni Koponen.

Teaser:

“It’ll be the same as it always is,” I said. “After an hour you’ll be off somewhere snogging the prettiest girl at the party, and I’ll be in the kitchen listening to somebody’s mum going on about politics or poetry or something.”

Zum Weiterlesen logischerweise dem Link folgen.

The Dreaded Question, ein Comic von Zelda Devon und Kurt Huggins zu der für alle Autoren wohl sehr leidigen Frage:

Where do you get your ideas?

Falls Ihr Euch irgendwann einmal wider Erwarten in einem Märchen wiederfindet, kann es nicht schaden, darauf vorbereitet zu sein. Neil Gaiman gibt Euch die notwendigen Instruktionen:

Hier ist auch eine Version zum Lesen, Ausdrucken, Einstecken, Weiterreichen.

Und hier habe ich noch Kuchen für meinen Bruder!

Nach der überbordenden Resonanz auf Sachen, die ich geschrieben habe, schreibe ich heute lieber mal über Sachen, die jemand anderes geschrieben hat.

Seit ich vor zwei Jahren dieses Video gesehen habe,

wollte ich dieses Buch lesen:
Un Lun Dun
Un Lun Dun von China Miéville.

In einem Interview, dass ich grade irgendwie nicht mehr finden kann, hat Herr Miéville gesagt, er habe einen großen Haufen Monster im Kopf, die praktisch auf ihren Einsatz warten. (So in etwa)

Eine nicht geringe Anzahl davon bekam einen Auftritt in UnLondon, das teilweise ein, wenn auch sehr verzerrtes, Spiegelbild von London ist, in dem Gegenstände und Worte ein Eigenleben entwickeln. Sicher, ich musste den logisch-denkenden, anatomie-bewanderten Teil meines Gehirns abschalten, aber dann war es wirklich unterhaltsam. UnLondon ist absolut eine Reise wert. =)

P.S. Oh, und es ist kein Buch für Leute, die allergisch gegen Wortwitze (engl. puns) sind und aufgrund derselben ich auch die englische Originalversion empfehlen würde, ohne die deutsche Übersetzung gelesen zu haben.

P.P.S. Das neueste Werk desselben Autors ist übrigens The City & The City und verspricht Spannung – mal sehen, wann ich das dem Haufen ungelesener Bücher gegenüber rechtfertigen kann!

Update: Hier ist übrigens der zweite Teil des obigen Interviews.

Außerdem habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich beim Lesen des Buches oft dieses Lied in den Ohren hatte:

=)

Ich laufe eine Treppe hinauf.
Manchmal gerade, manchmal gewunden.
Meine Schritte verhallen.
Hinter mir brechen die Stufen lautlos ab.
Fallen ins Nichts.
Nicht stehen bleiben. Nicht umsehen …
Schon wieder dieser Traum,
denke ich und stehe auf.
Aber weiß ich, daß ich jetzt wach bin?
Ist das mein Leben? Ist das real?
Ich muß es annehmen.
Ich weiß es nicht besser.
Waschen, anziehen …
Das alles geschieht im Halbwachzustand.
Halbschlaf?
Egal. Nur raus hier. Raus.
Das Überstehen der täglichen Gratwanderung.
Aussehen ist alles, Sein ist nichts.
Den Anschein erwecken.
Masken begegnen mir.
Aufgesetzt. Angemalt.
Grausam verzerrte Fratzen. Darunter Angst.
Angst herauszufinden, wer man ist.
Angst, so zu sein.
Und so gehe ich alleine durch die heiligen Hallen.
Entweiht wie sie sind.
So, wie ich bin.

Vor mehr als zehn Jahren, ich weiß es nicht mehr genau, zu einer Zeit als jetzt noch ein Printmagazin war, gab es dort einmal einen Schreibwettbewerb mit dem Thema “Alltag Schule” oder so ähnlich. Gefragt wurde nach Kurzgeschichten, Gedankenprotokollen, Dialogen, Aufsätzen, Interviews, Anekdoten, Beobachtungen.

Geschrieben habe ich damals ein Gedicht.

Eingesandt habe ich es nie.

Vielleicht, weil es nicht rechtzeitig fertig geworden ist.
Vielleicht, weil ich mich nicht getraut habe.
Ich weiß es nicht mehr.

Ich weiß aber noch, dass ich es einer Lehrerin ins Fach geworfen habe, die mich gefragt hatte, ob ich mal wieder etwas geschrieben hätte. Daran erinnerte sie sich allerdings später nicht mehr, wusste also nicht, von wem dieses Gedicht stammte, aber sie las es in ihrer Klasse vor, wovon ich später erfuhr.
Seit damals, oder genauer, seit ich es mal wieder lesen wollte und nicht in meinem alten Computer finden konnte, dachte ich, sie hätte die einzige Kopie dieses Gedichtes.

Und das dachte ich bis heute, als ich es in einem Haufen anderer Dinge fand!

Ist jemand neugierig? Wenn ja, dann poste ich es vielleicht.