Ein Versuch, meine wohl etwas unübliche Beziehung zu Musik zu erklären.
Zu spät?
Aus Gründen, über die von mir nie erschöpfend nachgedacht wurde, habe ich nie sehr viel Zeit in die aktive Suche nach Musik investiert. Ähnlich wie Mode, Make-Up, Tanzen und bestimmt noch ein paar andere Sachen, war das etwas, wobei ich wohl irgendwie das rechtzeitige Aufspringen auf den Zug verpasst haben muss … und sollte mir jemand diesbezüglich herauf helfen gewollt haben, dann muss ich dafür zu blind/taub/anderweitig wahrnehmungsgestört gewesen sein.
Andererseits ist es ja auch selten zu spät, also dürft Ihr mir gern verraten, woher Ihr Eure Musik bekommt – und damit meine ich nicht “Ich kaufe tatsächlich noch CDs!” oder “Ich kaufe sowas immer online bei …” wobei auch das interessant wäre, sondern viel mehr:
Was mache ich falsch?
Wie erfahrt Ihr von neuen Bands oder Solo-Musikern oder deren Musik?
Ich höre zum Beispiel so gut wie nie Radio – höchstens im Auto (und so oft fahre ich nicht). Ich habe das vor Jahren aufgegeben, weil die Werbung immer nervt, das Gelaber oft und meistens etwa jedes dritte Lied. Außerdem hatte ich in Phasen des verstärkten Radio-Ausgesetztseins (sprich: Laborpraktika) auch oft den Eindruck, dass da eigentlich immer nur dieselben zehn Lieder oder so gespielt wurden.
Musiksender im Fernsehen anzuschauen habe ich wenig Gelegenheit. Wenn ich aber tatsächlich mal dazu komme, darf ich statt Musik meistens irgendeiner verzogenen Sechzehnjährigen dabei zuhören, wie sie schlecht gelaunt das Geld ihrer Eltern für eine Party rauswarf, deren Gäste vermutlich in den wenigsten Fällen wirklich ihre Freunde waren – oder ähnlichen Quatsch.
Und wenn im Zug einer der zahllosen Halbwüchsigen mal wieder sein Mobiltelefon mit einem Ghettoblaster verwechselt hat (wohlgemerkt einem für Menschen, die keine Ahnung von Klangqualität haben), dann ist das normalerweise keine Musik, die meinem Geschmack entspricht … eher im Gegenteil.
Eine Meinung – Keine Ahnung?
Andererseits könnte ich “meinen Musikgeschmack” auch nicht so einfach in Worte fassen. Womöglich fehlt mir auch schlicht das passende Vokabular?
Wenn jemand danach fragt, versuche ich mich an eher groben Eingrenzungen wie “Ich mag elektronische Musik meistens weniger als solche, die mit echten Instrumenten erzeugt worden ist. Ich mag diese Retortenbands nicht und keine sinnfreien Texte. Dafür mag ich es, wenn Leute ihre Instrumente tatsächlich spielen können, sich ihre Melodien und Texte selber ausdenken und, sofern sie als Band unterwegs sind, schon miteinander bekannt waren, bevor sie anderen Leuten bekannt wurden.”
Insgesamt ist das dennoch eher vage. Wenn ich einfach nur die Namen von ein paar Bands murmeln würde, wäre das aber auch nicht zufriedenstellend.
Außerdem gibt es noch das Phänomen des Sich-an-etwas-satt-hörens, weshalb ich gerne unterschiedliches höre, damit mir darunter das, was ich am liebsten mag, nicht über wird.
Am wichtigsten ist aber wohl, zumindest in letzter Zeit, das mich Musik beim Lesen ablenkt – oder, je nach Standpunkt, das Lesen vom Zuhören. Das gilt insbesondere für Musik mit Gesang und für solche, mit eher einfachen und repetitiven Melodien.
Daher, und auch weil ich nicht pausenlos berieselt werden möchte/muss, höre ich von mir aus eher selten Musik und wenn doch, dann ist es oft Filmmusik.
Ein Lichtblick?
Insofern, und ich hoffe, zumindest einige von Euch haben so weit gelesen oder zumindest runtergescrollt, war ich besonders angenehm überrascht von
deren Cello-Musik mir erlaubt, dabei zu lesen, zu denken und die mir auch nach mehrmaligem Hören nicht auf die Nerven fällt – und das ist keine geringe Auszeichnung!
Ich habe mal das zusammengestellt, was es auf Grooveshark gab.
[Da Miss Keating allerdings keinen Plattenvertrag hat und ihre Musik selbst produziert, um davon zu leben, freut sie sich bestimmt, wenn jemand sie von ihr kauft, ob digital oder real. =) ]
Viel Spaß beim zuhören, habt ein schönes Wochenende und schlagt Musik vor!










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