Suspended Animation

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Nachdem ich so lange nichts neues geschrieben habe, gibt es dafür heute was besonders tolles, das ich schon viel zu lange unerwähnt gelassen habe.

Sailor Twain
or the Mermaid in the Hudson

von Mark Siegel

Der Titel verrät schon etwas über den Ort der Handlung: die Lorelei, eines der Dampfschiffe (wenn auch ein fiktives), die im 19. Jahrhundert zwischen New York City und Albany verkehrten. Der Titelheld ist Kapitän des Schiffes.

Passenderweise zeichnet Mark seinen Comic mit Kohle – und das wunderschön und mit viel Sinn für Details. Wirklich sehenswert!

Zur Story nur so viel …

It is 1887, and the depths of the Hudson River hold the unfathomable secrets of two men: the owner of a steamboat, who throws a bottled message overboard each morning, and the boat’s captain, who saves a wounded mermaid.

… vielmehr könnte ich auch noch gar nicht sagen, da es den Comic erst seit Januar online gibt, mit jeweils drei neuen Seiten pro Woche, und wenn man die Kapitelübersicht anschaut, hat Sailor Twain noch eine lange und sicherlich ereignisreiche Reise vor sich!

Viel Spaß beim Lesen/Betrachten! :)

Schon vor einer ganzen Weile hat sich ein neuer Link in die Sidebar geschlichen, ohne dass ich ihn bisher explizit erwähnt habe:

Hark! A Vagrant
von Kate Beaton.

In einem vergleichsweise simplen Stil, der an die Comics im New Yorker erinnert, macht Kate Comics über historisch bedeutsame Personen und/oder Ereignisse, allerdings finden sich auch fiktive Konversationen mit dem jüngeren Ich der Autorin sowie mit der Katze der Mitbewohnerin.
Einige der Personen und Ereignisse haben mir vorher nichts gesagt, vor allem wenn es um die Geschichte Nordamerikas ging. Dafür weiß ich jetzt aber, dass bei der Gründung Kanadas alle Beteiligten zuerst betrunken und dann verkatert waren!

Hier eine kleine Auswahl:

Benjamin Franklin schwänzt die Unabhängigkeitserklärung
Frauen stehen auf Nikola Tesla
Die Curies stehen auf einander
Napoleon klaut Kates Kekseals Kompensation
Der kopflose Reiter ist ein Schuh-Fetischist
Der zweifelhafte Männer-Geschmack der Bronte-Schwestern
Goethe ist von seinen Fans genervt
Rosalind Franklin ist umgeben von Chauvinisten

Manche Leute schauen nur, andere Leute sehen.

Zum Beispiel Gesichter:

Faces in Places

A photographic collection of faces found in everyday places.

Es heißt ja oft, Tiere und ihre Halter würden sich über die Zeit immer ähnlicher sehen. Auf diesen Bildern sehen zur Abwechslung mal Tiere aus wie andere Tiere.





Mehr hier.

Frohe Ostern! =)

Wusstet Ihr, dass man Ernst Haeckels Kunstformen der Natur komplett in den Wikimedia Commons findet?

Beispiel:



(Schwertschnabelkolibri)

Viel Spaß beim Anschauen!

Wisst Ihr was das ist?


P.R.O.U.D. by *thrumyeye on deviantART

Dieser kleine Vogel ist mir auf die Nerven gegangen, weil er wiederholt und zu mehreren am Futterplatz vor unserem Küchenfenster aufgetaucht ist und ich hätte schwören können, dass ich solche noch nie gesehen habe.

Inzwischen habe ich herausgefunden, was für eine Vogelart das ist – und zu meinem Missfallen sind es keine Einwanderer.

Das ist eine Schwanzmeise (Aegithalos caudatus).

Wenn man übrigens die englische Bezeichnung für Meisen kennt (und noch genügend spätpubertär ist), könnte man an dieser Stelle albern grinsen.

Tiere verfolgen unterschiedliche Strategien, um zu vermeiden von anderen Tieren aufgegessen zu werden. Manche Tarnen sich, um möglichst unfauffällig zu werden, andere tun das genaue Gegenteil: möglichst auffällige Farbe signalisiert im Tierreich unmissverständlich “Iss mich nicht, ich bin giftig.” – ob gerechtfertigt oder nur vorgetäuscht, in den meisten Fällen hilft die Kriegsbemalung dabei, Feinde fernzuhalten. Kleine Meister aller drei Disziplinen (Tarnen, Täuschen, Drohen) finden sich auch und besonders unter den Nudibranchia (Nacktkiemern), im Meer lebenden Nacktschnecken.

Bei National Geographic gibt es eine schöne Photo Galerie und ein dazugehöriges Video, in dem der Photogragh David Doubilet ein bisschen mehr über die Schnecken und seine Arbeitsweise erzählt. Zusätzlich sind ein paar der Photos auch als Wallpaper verfügbar. (Leider ist das viertletzte Bild aus der Galerie nicht dabei, bei dem man glauben könnte, die abgebildete Schnecke lächelt in die Kamera.)

Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein, dass ich seit … einer Weile … schon dieses Video habe, in dem man sehr schön sehen kann, wie sich die Tierchen fortbewegen. [Vorsicht, spanische Musik!]

Natürlich entdecke ich beim Rauskramen auch immer “neue” Videos, wie diese von der Chloroplasten-klauenden Schnecke (Elysia chlorotica):

Ich finde das irgendwie praktisch: man geht einfach in die Sonne und schon wird man satt. =)
(Diese Schnecken gehören allerdings einer anderen Unterordnung an als der der Nacktkiemer.)

Zum Vergleich – so sehen die Schnecken vor dem Frühstück aus:

Das hier ist aus der Infobox des untersten Videos:

The sea slug Elysia chlorotica acquires plastids by ingestion of its algal food source Vaucheria litorea. Organelles are sequestered in the mollusc’s digestive epithelium, where they photosynthesize for months in the absence of algal nucleocytoplasm. This is perplexing because plastid metabolism depends on the nuclear genome for more than 90% of the needed proteins.

Danach werden dann zwei mögliche Erklärungen gegeben und eine davon durch deren Arbeiten bestätigt, aber ich dachte, ich erspare Euch die Details. =)

My name is Antimony Carver. I would like to share with you the strange events that took place while I attended school at Gunnerkrigg Court.

… so beginnt Tom Sidell‘s Webcomic, der in einem fiktiven britischen Internat spielt, allerdings keinem gewöhnlichen. The Court scheint fast grenzenlos zu sein (ich würde ja sagen “Gormenghast-artig,” doch müsste ich die Bücher dafür tatsächlich gelesen haben und dem ist noch nicht so), mit Ausnahme des Annan Flusses, dessen jenseitiges Ufer der Gillitie Wald bildet.
Die Protagonistin findet eine Freundin, aber auch eine Menge über sich selbst, ihre Familie, die mysteriöse Geschichte des Internats, dessen Beziehung zu dem Wald und den mehr oder weniger seltsamen Bewohnern beider Orte heraus. Das klingt jetzt wesentlich abgedroschener, als es wirklich ist. Neil Gaiman hat es so ausgedrückt:

Lots of different flavours in there — it’s a semi-gothic funny-sweet school story with mysteries and robots and so forth

Viel Spaß beim Lesen!

Im April hatte ich angekündigt, den Film Where the Wild Things Are sehen zu wollen – und heute habe ich das tatsächlich geschafft. (Ich bin nicht besonders gut darin, das Kinoprogramm zu verfolgen und dann entsprechende Begleitung aufzutreiben.)

Wenn mich jetzt allerdings jemand fragen würde “Und? Wie wars?” dann müsste ich überlegen.

Die Kostüme der Viecher und ihre Computer-generierten Gesichter sind toll (Jim Henson wäre stolz auf seine Leute), das restliche Produktionsdesign und die Landschaft sind auch super, der Junge ist klasse. Und ich würde sagen etwa bis zur Hälfte ist es auch insgesamt ein schöner Film, aber das Ende und einige Sachen, die bis dahin passieren, lassen einen doch etwas verwirrt zurück.

Es ist in Ordnung, wenn ein Film, auch ein Kinderfilm, kein verzuckertes Ende hat – immerhin ist das meistens glaubwürdiger – aber das? Ich weiß nicht.

[Ich könnte mehr ins Detail gehen, aber vielleicht möchtet Ihr den Film ja noch sehen und ich habe leider noch nicht herausgefunden, wie es funktioniert, dass ich einen Teil des Posts verstecken kann, sodass man das nur absichtlich liest.]

Was ich Euch aber nicht vorenthalten will, ist der Link zu Terrible Yellow Eyes von Corey Godbey

a collection of works inspired by the beloved classic, Where the Wild Things Are by Maurice Sendak

Vom 1. Mai letzten Jahres bis 1. Januar dieses Jahres erschien dort jeden Freitag ein Bild, das durch das Buch inspiriert war. Eins davon ist dieses von Matthew Armstrong:


Where the Wild Things Are by ~matthewart on deviantART

Ok, ok, inzwischen ist Weihnachten wirklich vorbei und eigentlich sollte ich auch mal wieder kein Video zeigen. Andererseits …
Simon Tofield, der Mann, der auf dem besten Weg zur Crazy Cat Lady ist*, hat seit Mitte Dezember wieder ein neues Video, was mir gerade erst aufgefallen ist:

Snow Business

Übrigens hat mir eine freundliche Weihnachtsfrau eine Kopie seines Buches geschenkt! Yay!
Zwar verliert der Kater durch die Abwesenheit der Animation etwas Charme, aber es ist immer noch viel lustiges dabei. Außerdem kommen viele andere Tiere vor, z.B. sein Lieblingsfeind der Vogel. Ich denke, dass wir einiges davon im unglaublich schnell kommenden Jahr animiert zu sehen bekommen werden. =]

*Immerhin hat er inzwischen vier Katzen.
Mehr Katzen = Mehr Inspiration?

Für die Weihnachtswoche habe ich etwas besonderes aufgehoben!

Kennt Ihr den Film Vanilla Sky ?
Ja, ich weiß, das Original ist besser und so. Doch darum geht es mir gar nicht, sondern eigentlich nur um einen Satz, der dafür aber mehrmals vorkommt:

I’ll tell you in another life, when we are both cats.

Wie wäre es mit St. Louis in den 20er Jahren – während der Prohibition?

Das bedeutet, wir brauchen Musik … Jazz natürlich …

Gut, also weiter:

Eine kleine Gruppe Katzen betreibt dort unter dem Little Daisy Café ein Speakeasy namens Lackadaisy , welches sie gegen die Konkurrenz zu behaupten versuchen.

Gezeichnet wird Lackadaisy übrigens, mit Bleistift und Photoshop, von Tracy Butler.

Damit Ihr schon hier eine Ahnung bekommt, was Euch erwartet, habe ich mal zwei Bilder aus der Galerie gekramt. Der eigentliche Comic ist allerdings in Sepiatönen gehalten, was aber auch schön aussieht.


Lackadaisy Wintertime by *tracyjb on deviantART

Abgesehen davon, dass es in einer Zeit spielt, die bei uns im Geschichtsunterricht praktisch nicht behandelt wird (zumindest nicht in Bezug auf den Ort), haben mich der Humor und die individuellen Wesens- und Gesichtszüge der einzelnen Figuren angesprochen. Und natürlich nicht zuletzt der sehr detaillreiche Zeichenstil.


Lackadaisy Syncopators by *tracyjb on deviantART

Shaun Tan illustriert und schreibt fazinierend surreale Bilderbücher – allerdings nicht unbedingt nur für Kinder.

Tales from Outer Suburbia

Tales From Outer Suburbia ist sein neuestes Werk, eine Anthologie aus 15 kurzen illustrierten Geschichten.

Each one is about a strange situation or event that occurs in an otherwise familiar suburban world [...] The real subject of each story is how ordinary people react to these incidents, and how their significance is discovered, ignored or simply misunderstood.

Der Guardian zeigt eine dieser Geschichten, Eric, in der es um einen Erdnuss-großen Austauschschüler und die Reaktionen seiner Gastfamilie geht.

Eine sehr gute Gelegenheit für einen Blick auf meine Liste zu lesender Bücher, denn die von Shaun Tan stehen seit einer Weile darauf, auch weil sie hier früher nicht gut zu bekommen waren (ein Blick auf die Website eines bekannten Online-Buchhändlers lässt mich erfreut feststellen, dass sich das inzwischen geändert hat und drei seiner Bücher sogar übersetzt worden sind).

The Arrival The Lost Thing The Red Tree

The Arrival ist eine wortlose Geschichte über Migration: ein Mann verlässt seine Familie auf der Suche nach besseren Aussichten in einer merkwürdigen Stadt in einem unbekannten Land mit eigenen Bräuchen, seltsamen Tieren, schwebenden Objekten und fremder Sprache. Mit nicht mehr als einem Koffer und einer Handvoll Banknoten muss er einen Platz zum Wohnen, Essen und Arbeit suchen, wobei ihm freundliche Fremde behilflich sind, die alle ihre eigene Geschichte haben.

The Lost Thing ist die Geschichte eines Jungen, der eine bizzarr-aussehende Kreatur am Strand entdeckt. Er versucht herauszufinden, wo sie hingehört, doch niemand in seiner Umgebung interessiert sich dafür; weder Fremde, noch Freunde oder seine Eltern. Doch der Junge hat Mitleid mit der Kreatur und versucht herauszufinden, wo sie hingehört.

The Red Tree artikuliert mit nur wenigen Worten

“sometimes the day begins with nothing to look forward to, and things go from bad to worse”

aber umso gewaltigeren Bildern Gefühle von Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Depression, aber auch von Hoffnung, denn aus dem Samen des Baums, dessen kleine roten Blätter auf allen Bildern subtil verteilt sind, wächst am Ende ein neuer roter Baum.

What minimal ‘story’ there is seeks to remind us that just as bad feelings are inevitable, they are always tempered by hope.

The Rabbits

The Rabbits, geschrieben von John Marsden, ist eine teilweise allegorische Fabel über Kolonisation, erzählt aus der Sicht der Kolonialisierten. Die Kolonialisten sind Kaninchen, die zunächst freundlich und neugierig empfangen werden, bis sich herausstellt, dass sie tatsächlich Eroberer sind. Parallelen zur Besiedelung Australiens durch die Briten sind offensichtlich, die surrealen Bilder erinnern ein bisschen an die Werke von Salvador Dalí.

Ausführlichere Erklärungen und viele Bilder aus den einzelnen Büchern findet ihr auf seiner Website.

=)

Konvergente Evolution wird es genannt, wenn die Natur eine Lösung für ein Problem mehrmals erfindet.
Etwas Vergleichbares ist die Erfindung des Computers: schon in der griechischen Antike wurde eine Art Uhrwerk-Maschine erfunden. In der Neuzeit gilt ein Brite als Erfinder des Computers*: Charles Babbage. Ada Lovelace war die Frau, die eine Beschreibung zu der von ihm erfundenen Maschine schrieb und darüber hinaus auch Programme dafür, obwohl sie noch nicht einmal gebaut war, und obendrein über seinen Horizont hinaus dachte, dass seine Maschine zu mehr zu gebrauchen war, als komplizierte Rechenaufgaben zu lösen.

Zu ihren Ehren wurde im März der Ada Lovelace Day veranstaltet:

an international day of blogging to draw attention to women excelling in technology

Und damit (ich hoffe, ich habe nicht zu weit ausgeholt) sind wir schon fast am Ziel der heutigen Tour durch die Weiten des Internets. Die Initiatorin dieser virtuellen Veranstaltung hat nämlich eine gute Freundin mit viel Phantasie, Talent, Humor und einem kleinen bisschen Wahnsinn. Als Sydney Padua von der Aktion erfuhr, dachte sie sich …

Wouldn’t it be hee-larious if there was a comic about Ada Lovelace and Charles Babbage fighting crime?

Sie ahnte wohl noch nicht, worauf das hinauslaufen sollte:
2D Gogglesdangerous experiments in comics

Anders als bei den Comics, die ich bisher vorgestellt habe, ist dieser in einem experimentellen Stadium. Daher gibt es keine regelmäßigen Updates, dafür aber Kommentare über die Unterschiede zwischen Comics und Animation, Details aus dem Entstehungsprozess, viele Fußnoten mit Hintergrundinformationen und Literaturlinks. Das ist nicht nur überraschend interessant (vor allem die vielen Anekdoten, hauptsächlich von und über Charles Babbage), sondern gleichzeitig auch lustig, denn Sydney Padua hat einen großartigen Sinn für Humor und Selbstironie – z.B. gibt sie uns folgende Worte der Warnung mit auf den Weg:

Also, may contain nuts.

Und da sie in einem Interview über ihre Motivation gesagt hat

I draw comics for one reason, and that reason is: flattery. The more flattery I get, the more I will draw comics.

kann ich gar nicht anders, als den Link hier zu posten, denn ich würde gern mehr davon sehen. =)

*Die Difference Engine ist eine Art Proto-Computer, sie konnte rechnen, aber war nicht programmierbar, wurde jedoch tatsächlich gebaut, während die Analytical Engine eher ein Computer war, da sie mit Lochkarten programmiert werden konnte, allerdings wurde sie nie gebaut.

Letzte Woche habe ich zwei Sternschnuppen gesehen. Dabei ist es für die Leoniden noch zu früh (und für die Perseiden wesentlich zu spät). Konsultation des Meteor Shower Calendar ergibt allerdings einige kleinere Meteor Schauer, die es in Frage kommen könnten. Leider verstehe ich (noch?) nicht genug, um genau sagen zu können, welche. Einfach hinschauen kann man natürlich auch so.

Wer sich mehr für Astronomie interessiert, der kann Stellarium ausprobieren, ein open source Planetarium für alle drei gängigen Computer-Betriebssysteme.

Da nach der ganzen Wissenschaft auch der Spaß nicht fehlen soll, habe ich ein bisschen thematisch passenden Spielkram rausgesucht: Starry Night und Pocketful of Stars. Und wem das zu albern ist, der kann dafür hier sein eigenes Sternbild malen: Rule the Stars

Kehren wir doch nochmal auf die Südhalbkugel zurück, diesmal allerdings nach Australien. Das hier ist ein Wombat:

Ein großartiges Buch über einen Wombat ist Diary of a Wombat von Jackie French und Bruce Whatley – ein Bilderbuch, dem wenige Sätze ausreichen, um die Mentalität dieser Tiere darzustellen.

Diary of a Wombat

Aber eigentlich geht es heute um einen anderen Wombat – und zwar Digger (genauer gesagt Digger-of-unnecessarily-convoluted-tunnels), Titelheldin des gleichnamigen epischen Webcomics von Ursula Vernon.

Digger – A Wombat. A dead God. A very peculiar epic.

Wie alle Wombats ist Digger eher praktisch veranlagt und daher weniger begeistert, als sie sich eines Tages beim Graben eines Tunnels … verirrt, um schließlich in einem Tempel von Ganesh zu landen – und mitten in einem Abenteuer, in dem sie es mit so gut wie allem zu tun bekommt, wovon sich Wombats normalerweise fern halten: Götter, Magie, Prophezeiungen, Hyänen, Dämonen, metaphorische Tauben, prophetische Schnecken, vampirisiertes Gemüse, …


Random Digger Moment by `ursulav on deviantART

Ursula Vernons Zeichenstil scheint auf den ersten Blick simplistisch, aber vielleicht lenkt gerade das den Blick auf die vielen Details und die teilweise großartigen Gesichtsausdrücke von Digger und den Wesen, die ihr begegnen. Und übrigens kann sie auch anders, sowohl in digital als auch in Acryl. Ein Besuch ihrer Website und der Galerie auf deviantART lohnt sich – ich mag z.B. die Weird Fruit Subgalerie und die Alternativen Frösche. Außerdem schreibt und zeichnet sie noch weitere Comics und Kinderbücher.


Rabbirds: Mourning Doves by `ursulav on deviantART

Tim is off on a search to rescue the Princess. She has been snatched by a horrible and evil monster.
This happened because Tim made a mistake.

Who can just shrug away a guilty lie, a stab in the back?
Such a mistake can change a relationship irreversibly.

Our world, with its rules of causality, has trained us to be miserly with forgiveness.

What if our world worked differently?
We could remove the damage but still be wiser for the experience.

So beginnt Braid von Number None, ein etwas anderes Spiel. Die Hintergründe und Szenerien wirken, wie ein lebendig gewordenes Ölgemälde, die Musik erinnert ein wenig an Soundtracks zu Filmen, die in Irland oder China spielen, die Geschichte bleibt mysteriös, die Steuerungsweise bisher wohl einzigartig:

Braid trailer from David Hellman on Vimeo.

In each world, you have a different power to affect the way time behaves, including the ability to rewind, create parallel realities, and utilize time dilation.

Die beiden letztgenannten Fähigkeiten konnte ich in der Demoversion nicht ausprobieren. Vermutlich gibt es die in Welt 5 und 6, die dort nicht zugänglich sind. Die Einblicke in Welt 2, 3 und 4 reichen aber zunächst vollkommen, um sich das Hirn zu verknoten. Ich habe es auch – in meinen zwei Versuchen – nicht geschafft, alle Puzzleteile zu finden bzw. zu erreichen, trotzdem ist Braid aber durchaus der lobenden Erwähnung wert und sollte jemandem danach sein, darf er mir gern einen Lizenzcode schicken. =)

P.S. Hinter dem Namen Number None verbergen sich übrigens Jonathan Blow und David Hellman, von denen letzterer eine Zeit lang Comics unter dem Titel
A Lesson Is Learned But The Damage Is Irreversible gezeichnet gemalt hat.

*Downloadlink*

… wäre ein super Indianer-Name oder? Egal.

Things They Don’t Tell You (But Should) A Guide To Life
von Winston Rowntree

So wie im Rückspiegel Objekte manchmal näher erscheinen als sie sind, erscheinen Tiere im Fernsehen oft kleiner als in Wirklichkeit. Zumindest geht es mir so. Zum Beispiel gab es in Japan (ich glaube, es war auf Miyajima) in einem extrem traurigen Zoo/Aquarium ein Walross, von dessen Größe ich wirklich überrascht war. Vor ein paar Wochen fand ich dann irgendwo das hier. Ignoriert einfach den Text und konzentriert Euch auf den Größenvergleich Mann : Tier. (Übrigens glaube ich nicht, dass es sich – wie auf der Website angegeben – um ein Walross handelt. Eher schon um einen weiblichen See-Elefanten, kenne mich da allerdings auch nicht aus.)

Mehr Größenvergleiche?

Die WDCS, die britische Gesellschaft zur Erhaltung von Walen und Delphinen, hat einen Blauwal in Lebensgröße abgebildet, den man mit dem Browser anschauen kann.

Vielleicht hätten wir anstelle des oben erwähnten traurigen Aquariums lieber das Churaumi Aquarium auf Okinawa besuchen sollen:

Kuroshio Sea – 2nd largest aquarium tank in the world from Jon Rawlinson on Vimeo.

[Video erst vollständig laden lassen, da HD, dann im Vollbildmodus anschauen.]

Und da wir gerade schon bei Superlativen sind, stellt sich doch gleich die Frage: was ist denn dann das größte Aquarium?
Auf der Suche nach einer Antwort fand ich hier viele weitere Aquarien, viele schöne Bilder und die Erkenntnis, dass ich wohl doch nochmal nach Berlin möchte! =)

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(*)

The Dreaded Question, ein Comic von Zelda Devon und Kurt Huggins zu der für alle Autoren wohl sehr leidigen Frage:

Where do you get your ideas?

Kennt Ihr die Zeichnungen von Walter Moers? Und ich meine jetzt nicht den Krempel mit dem präpubatierenden Kind, dem es erheblich an Erziehung mangelt, sondern die Zamonien Sachen (ich würde das mit einem Link versehen, aber der Eichborn Verlag hat es vorgezogen, unter der URL inzwischen lieber seinen restlichen Kram zu bewerben).
Oder kennt Ihr die Monster des Alltags von Christian Moser?
Eine meiner (in meinem Buchregal übrigens noch fehlenden) Entdeckungen während der vielen, vielen Zeit, die ich in der Bahnhofsbuchhandlung damit verbracht habe, entweder auf die Bahn oder den Bus zu warten.
An beides musste ich ein bisschen denken, beim Anblick von
Creatures in my head Andrew Bell’s head.

Weil der aktuelle Comic so gut passt, stelle ich heute mal wieder einen Webcomic vor: Patches von Kelly Vivanco.

Zwei nicht näher charakterisierte Nagetiere, “Glasses” und “Suspenders”, stellen allerlei absonderliche Dinge fest und an. Manchmal werden sie von häschenartigen Tieren unterstützt oder abgelöst. Erwartet nicht unbedingt Realismus – Patches ist eher eine Auszeit für die Realität, meistens. Macht aber immer Spaß.
Ein paar Highlights: Coffee, Cookies und Schlafmangel.

Eigentlich malt Kelly Vivanco übrigens Bilder und auch das ganz wunderbar!

Für mich eine immer wiederkehrende Frage. Und wohl nicht nur für mich. Immerhin hat sie jemanden zur Erstellung folgender Website inspiriert:
badpaintingsofbarackobama

=)

Nach Barcelona, der größten Stadt Kataloniens, hier nun Teil zwei aus der Reihe “Besuche spanischer Städte mit B”:
Bilbao, die größte Stadt des Baskenlands.

Diesmal haben wir sehr nobel gewohnt, im Silken Gran Hotel Domine, das gegenüber dem Guggenheim Museum, dem ursprünglichen Grund für die Reise, liegt. Sinnvoll ist es, zu Beginn eine Stadtrundfahrt zu machen, denn man bekommt eine gute Übersicht und viele Informationen über die Stadt. Angeboten werden auch Touren zu Fuß und Rundfahrten in San Sebastián. Wenn man die Tickets für die Tour in einer der Touristen Infobüros kauft, gelten sie übrigens einen Tag länger.
Das Museo de Bellas Artes (Museum der Schönen Künste), Spaniens drittgrößte Kunstgalerie, versammelt Werke vom 12. Jahrhundert bis zu moderner Kunst, hauptsächlich spanischer und flämischer und natürlich baskischer Künstler. Mittwochs ist der Eintritt kostenlos.
Wie oben schon angedeutet, waren wir – wie so viele Bilbao Touristen – eigentlich wegen des Guggenheim Museums gekommen. Das Gebäude ist schon spektakulär, die Ausstellungen darin wechseln alle paar Monate. Mir persönlich hat es inhaltlich, ganz ehrlich, nicht wirklich viel gegeben. Ich vermute, Sturgeon’s Gesetz trifft auch auf Kunst zu. Und vielleicht hätten wir die Audioguides nutzen sollen oder so. Was ich allerdings auch nicht verstehe ist deren permanente Kollektion, von der sie (außer wir haben es irgendwie übersehen) nichts zeigen außer den Stahlskulpturen “The Matter of Time” von Richard Serra – und bei denen bezweifle ich, dass sie überhaupt tranportabel sind. Also sammeln sie den Rest, um ihn … nicht zu zeigen? Naja.

Wir haben auch einen Ausflug nach San Sebastián gemacht, wo wir ein bisschen durch die Innen- und Altstadt gelaufen sind und uns das Aquarium angesehen haben, das gleichzeitig ein kleines Schiffahrtsmuseum ist und insgesamt weniger traurig als das von Barcelona.

Weniger lohnend war der Besuch im Museo Vasco (dem baskischen Museum), das im Moment renoviert und umgestaltet wird – dafür hat es danach vielleicht auch Infotäfelchen in Englisch!
Nicht angesehen haben wir, unter anderem, das Museo Marítimo (das Seefahrtsmuseum), da wir uns sowohl von dem in Barcelona als auch durch den Besuch des Aquariums von San Sebastián noch ausreichend nautisch gesättigt fühlten. =)

Auch nicht gesehen (weil schon geschlossen, als wir hinkamen) haben wir den Mercado de la Ribera, der sich rühmt, der größte überbachte Markt in Europa zu sein. Liegt gleich neben der Kirche von San Antón und der gleichnamigen Brücke und wird zur Zeit renoviert. Hier noch ein Bild.

Bilbao rühmt sich seiner lokalen Küche und Restaurants und Bars gibt es an jeder Ecke, vor allem für Freunde der “Pinchos”, der dortigen Variante der Tapas. Restaurants bieten meistens ein komplettes Menu mit zwei Gängen und Nachtisch, bei dem man meist jeweils drei Wahlmöglichkeiten hat, für einen festen Preis an. Das wirkt ein bisschen als wäre man bei Freunden zum Essen eingeladen. Für mich als Vegetarier war kulinarisch aber leider eher wenig Anlass zur Freude – Freunde von Fisch und Fleisch könnten das wohl ganz anders sehen. Das einzig erwähnenswerte Restaurant, das wir besucht haben, war das Prada a Tope im Casco Viejo, der Altstadt von Bilbao, und das auch nur wegen des Fisches, den ich natürlich nicht gegessen habe, der aber angeblich sehr gut gewesen sein soll. Wer kein Spanisch kann, wem es aber nicht ganz egal ist, was er auf seinem Teller findet, dem sei übrigens empfohlen, ein Wörterbuch mitzunehmen oder einen Reiseführer mit Übersetzungsteil für essbares. Meine Spanischkenntnisse reichen nur für das Verstehen von ganz basalen Dingen. Während Katalanisch dem was einem als Spanisch gelehrt wird (“Castillano”) wenigstens noch etwas ähnlich ist, musste ich bei Baskisch total passen, da es nicht verwandt ist und als Egrativ-Sprache auch komplett anders funktioniert, als alle Sprachen, die mir bisher näher begegnet sind.

Ich habe noch immer keine Entscheidung bezüglich flickr/zooomr/was-immer getroffen (Meinungen dazu sind nach wie vor willkommen), aber hier gibt es ein paar Bilder von … Enric.

Und nicht zu vergessen: Leckere Schokolade gab es auch hier bei Cacao Sampaka, aber auch einheimischer bei Chocolates Mendaro Saint Gerons.

Nach einiger Zeit mal wieder ein Webcomic!
Und zwar heute Wasted Talent von Angela Melick.

Warum?

Why “Wasted Talent”? Because it’s the story of my life. Hehe, that sounds pessimistic, but it’s true. I’m just a girl cursed with intelligence and intense curiosity as well as dangerous creativity. I want to be an engineer and draw comic books at the same time, but it’s obvious that they both can’t happen at once. So, my life right now is about being an engineer first and an artist at the side… so my “artistic talent” is wasted on engineering.

Etwas, das ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich kann zwar nicht gut zeichnen – erst recht keine Comics – aber auch ich suchte immer nach einem Ausgleich für den Wissenschaftskram.

Studiert hat sie übrigens an der UBC in Vancouver, was in vielen der Comicstrips in der ein oder anderen Form auftaucht, denn:

This comic began because my life was too strange to not chronicle with little comics. It is 100% autobiographical. Meaning, ALL of the comics are based on true events and conversations that happened to me. Well,… some of the things only happened in my head, but I can’t tell the difference. 99% of the time the conversation or event is real. Personally I think it makes the comic more interesting. Or more depressing. One way or another. [...] WT became my outlet for anything funny that happened to me or ran through my head. My classmates became big fans of my stupid little strips and eventually they got published in school papers and newsletters. Soon the “Wasted Talent” section of my binder got too thick and crowded out some other notes, and that’s [when] I realized I probably needed a site to put all this crap.

Einerseits total verrückt, andererseits aber auch – und vielleicht gerade deswegen – sympathisch.

Zum Beispiel: Verhandlungen mit ihrem Freund über Cookies oder Kätzchen hier und hier.

Viel Spaß beim Lesen!